Geschichte
Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Jägervereinigung Lauterbach e.V.
Jägervereinigung Lauterbach e. V. – Unsere Geschichte, unsere Verantwortung
Die Jägervereinigung Lauterbach e. V., Mitglied im Landesjagdverband Hessen, blickt auf eine über 75-jährige Geschichte zurück. Gegründet am 26. Juni 1948, steht sie bis heute für verantwortungsvolle Jagd, den Schutz unserer Natur und die Pflege jagdlicher Kultur im Vogelsberg.
Die Anfänge
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Jagd in Deutschland zunächst durch den „Alliierten Kontrollrat“ verboten. Waffenbesitz und Jagdausübung standen unter hohen Strafen. Erst Ende 1946 erlaubte die US-Besatzungsmacht in Hessen wieder erste Jagden – unter strenger Aufsicht und nach den Grundsätzen deutscher Waidgerechtigkeit.
Unter diesen schwierigen Bedingungen fanden sich 1948 in Lauterbach engagierte Männer zusammen, um eine Vereinigung zu gründen. Da zunächst noch Reste der alliierten Jagdhoheit bestanden, konnte sich die Jägervereinigung erst im Mai 1953 mit einer ordnungsgemäß beschlossenen Satzung offiziell konstituieren.
Die Gründer und der erste Vorstand
Zu den Männern der ersten Stunde gehörten:
• Forstmeister Julius Stähling (erster Vorsitzender)
• Revierförster Hans Jakob Otterbein (Schriftführer)
• H. Gläser (Kassierer)
• als Mitinitiator: Baron Wolfram Riedesel Freiherr zu Eisenbach
Nach einem Wechsel des Vorsitzenden zu H. Kübel (Herbstein) setzte sich der erste satzungsgemäße Vorstand schließlich wie folgt zusammen:
• Wilhelm Störmer (Grebenhain, 1. Vorsitzender und Hegeringleiter)
• Dr. Walter Zöller (Schlitz, stellvertretender Vorsitzender und Hegeringleiter)
• Hans Jakob Otterbein (Lauterbach, Schriftführer)
• Karl Keitzer (Lauterbach, Kassierer)
• Julius Stähling (Sickendorf, Hegeringleiter)
• Josef Ruhl (Herbstein, Hegeringleiter)
• Heinrich Leipold (Freiensteinau, Hegeringleiter)
• Dr. Otto Bruchhäuser (Ulrichstein, Hegeringleiter)
• Heinrich Gothe (später Dr. Gothe, Schlitz, Kreisjagdberater)
Zur Stärkung der Jagdkameradschaft wurden die Hegeringe Freiensteinau, Grebenhain, Herbstein, Lauterbach, Schlitz und Ulrichstein gebildet – eine Struktur, die bis heute weitgehend Bestand hat.
Aufgaben und Entwicklungen
Die Hauptaufgabe in den frühen Jahren war es, die stark dezimierten Wildbestände – vor allem bei Rot- und Rehwild – zu erhalten und zu fördern. Gleichzeitig galt es, die Verantwortung der heimischen Jägerschaft zurückzugewinnen und die Vorgaben des neuen Bundesjagdgesetzes umzusetzen.
In den folgenden Jahrzehnten prägten verschiedene Entwicklungen das jagdliche Leben:
• Schalenwild erholte sich stark, sodass ab den 1990er-Jahren Bestandsregulierungen im Interesse des Waldes notwendig wurden.
• Niederwild wie Rebhuhn und Feldhase ging dagegen stark zurück – die Jagd auf sie ist in unserer Region heute kaum noch möglich.
• Schwarzwild entwickelte sich seit den 1980er-Jahren zur zentralen Herausforderung. Durch den Schwarzwildhegering konnten stabile Bestände erreicht werden, auch wenn Schäden in Feld und Wald immer wieder Probleme bereiten.
Persönlichkeiten und Engagement
Mehrere Persönlichkeiten haben die Jägervereinigung Lauterbach e. V. besonders geprägt:
• Oberforstmeister Wilhelm Störmer – setzte sich nachhaltig für den Rotwildschutz im Vogelsberg ein.
• Baron Dr. Hans Riedesel Freiherr zu Eisenbach – Mitbegründer des Rotwildrings „Hoher Vogelsberg“.
• Revierförster Hans Jakob Otterbein – förderte das Jagdhundewesen und gründete das Jagdhorn-Bläsercorps.
• Forstamtmann Erich Lorey (Angersbach) – führte das Hundewesen über viele Jahre mit großem Engagement.
• Oberförster Seidler und Hornmeister Gerhard Blum (Lauterbach) – prägten das Bläsercorps, das bis heute durch Qualität und Auftritte überzeugt.
• Alfred Hahner (Blitzenrod) – engagierte sich in der Öffentlichkeitsarbeit und initiierte die beliebten ökumenischen Hubertusmessen.
Ausbildung und Zukunft
Ein Meilenstein war die Neuordnung der Jungjägerausbildung Mitte der 1980er-Jahre. Seit 1986 führt die Jägervereinigung Lauterbach tlw. gemeinsam mit dem Jagdverein Alsfeld e. V. jährlich einen Ausbildungslehrgang nach den Richtlinien des Landesjagdverbandes Hessen durch. Über 400 Jagdscheinanwärterinnen und -anwärter wurden seither erfolgreich ausgebildet.
Unser Auftrag bis heute
Von den schwierigen Anfängen bis heute zeigt unsere Geschichte: Jagd ist mehr als Tradition – sie ist aktiver Naturschutz, Pflege unserer Kulturlandschaft und Verantwortung für kommende Generationen.
Oder, wie es Dietrich Möller, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen, bereits 1999 formulierte:
„Es wird vornehmste Aufgabe der Jägerinnen und Jäger bleiben, Wild, insbesondere gefährdete Arten, als Teil unseres Naturerbes in seinen Lebensräumen zu schützen oder wieder anzusiedeln.“
Dieser Auftrag ist heute aktueller denn je.
Beitrag von Alfred Hahner, Blitzenrod
Metallhörner verschiedener Bauart und Tonumfang bei der Jagdausübung oder anderen Veranstaltungen in Verbindung mit der Jagd benutzt. Aus einfachen rhythmischen Tonwiederholungen in der Frühzeit bis zum Mittelalter hat sich durch die Fortentwicklung der Horninstrumente vor allem an den Fürstenhöfen in Frankreich eine charakteristische Jagdmusik entwickelt. Von den deutschen Fürstenhöfen wurden die französischen Jagdfanfaren mit kleinen Veränderungen übernommen. Mit dem Niedergang der prunkvollen Parforcejagden trat auch das große Parforcehorn in den Hintergrund.
Seit dem Aufkommen der bürgerlichen Jagd im 19. Jahrhundert kam das kleine Jagdhorn in „B“, benannt nach dem kaiserlichen Oberjägermeister Fürst Pless (1833 - 1909) in kleinerem Tonumfang in Gebrauch. Die zur Verfügung stehenden fünf bis sechs Töne verschiedener Höhen werden zur Ausführung der Jagdsignale bei der Jagdausübung und für Vortragsstücke wie Jägermärsche und Jagdfanfaren genutzt.
Die Jagdmusik mit dem kleinen Horn (Fürst-Pless-Horn) ist seit 1930 in Deutschland am weitesten verbreitet. Seit etwa 1970 wird in Bläsercorps auch das eine Oktav tiefer liegende Parforcehorn in „B“ in Kombination mit dem Pless-Horn und gelegentlich mit dem Ventilhorn verwendet.
Vor diesem Hintergrund, so Hornmeister Gerhard Blum (Lauterbach), wurde das Jagdhornblasen in Lauterbach schon in den 50iger Jahren erlernt, gepflegt und gefördert. So war beim Besuch der Landesforstschule in Schotten das Jagdhornblasen fester Bestandteil des Lehrplans und Forstamtmann Willi Friedel (Altenhain) hat vielen Generationen von angehenden Förstern das Jagdhornblasen vermittelt.
Der über Lauterbach hinaus bekannte Revierförster Jakob Otterbein, der auch als Züchter von Jagdgebrauchshunden einen Namen hatte, bildete in den 50iger und 60iger Jahren nicht nur Berufsjäger, sondern auch Förster und Ziviljäger im Jagdhornblasen aus.
Das eigentliche Corpsblasen begann 1961 durch den aus Franken kommenden Revierförster Gerhard Seidler, der in die Dienste der Waldgesellschaft der Freiherren Riedesel trat. Der hochpassionierte Jagdhornbläser sammelte die damals blasenden Forstleute der Waldgesellschaft und übernahm die Leitung. Dazu kamen zivile Jäger und Bläser, alles ehemalige „Otterbein-Zöglinge“, wie sich Gerhard Blum ausdrückte.
Obwohl eine offizielle Gründung des Bläsercorps nie erfolgte, wird das Jahr 1961 als Gründungsjahr angesehen.
Von nun an wurde regelmäßig geprobt. Je nach Witterung im Freien oder im Saal der Gaststätte Johannesberg sowie in der Fahrschule Rausch.
Aus der kleinen Gruppe von neun Bläsern formte Gerhard Seidler schnell einen angenehm anzuhörenden Klangkörper. Streng wurde auf notengerechtes Blasen geachtet und dies ermutigte die Bläser zum ersten Male 1966 in Kranichstein bei Darmstadt an einem Bläserwettbewerb teilzunehmen, der in der Klasse B den 3. Rang einbrachte.
Dabei wurde die Erfahrung gemacht, dass neben notengerechten Blasen auch die Tonreinheit gehört und die ist nur mit einheitlich gestimmten Hörnern zu erbringen.
So wurde mit Unterstützung der Jägervereinigung die „Stiftung Jagdhörner“ gestartet, die dem Bläsercorps 25 Fürst-Pless-Hörner, drei Parforce- und drei Ventilhörner brachte.
Mit der neuen Ausstattung erzielte das Bläsercorps der Jägervereinigung Lauterbach e. V. 1968 beim Bläserwettbewerb in Kranichstein auf Anhieb in der höchsten Klasse mit beachtlichen 714 Punkten den 1. Platz.
Der steile Leistungsanstieg führte das Corps 1970 nach Niedersachsen zu einem Bläserwettbewerb auf Jagdschloss Springe. Hier wurde das Corps mit 819 Punkten in der Gästeklasse Erster, der bisher größte Erfolg.
Ab 1973 beteiligte sich das Bläsercorps im Rahmen der Hubertustage auch an der von den „Auerhahn Bläsern“ aus Luzern und den Hinterländer Jagdhornbläser aus dem Kanton Luzern geblasenen Hubertusmesse.1981 schied infolge schwerer Erkrankung Gerhard Seidler aus dem Corps aus und Gerhard Blum übernahm die Leitung.
Schon ab 1971 waren Überlegungen im Gange, durch Förderung und Ausbildung des eigenen Nachwuchses das Corps zu vergrößern.
Im Jahre 1977 wurde das Corps einheitlich eingekleidet. Bis zu diesem Zeitpunkt, so bemerkte der Chronist, wurden die zivilen Bläser oft in die Kleidung der Riedeselischen Förster gesteckt, um so ein einheitliches Bild abzugeben. Die zweite Einkleidung erfolgte Dank der Spendenfreudigkeit der Jägerschaft 1989, wozu ein Gönner die komplette Kopfbedeckung stiftete.
Im Laufe der Zeit hatten sich nicht nur Jagd- und Totsignale in Perfektion eingeblasen, sondern das Repertoire wurde auch durch Jagdfanfaren und Jägermärsche erweitert.
Gründungsjahr, Gründungsmitglieder
Die Jägervereinigung Lauterbach e. V. wurde am 16. Juni 1948 gegründet.
Die Gründungsmitglieder
| Wilhelm Störmer (Vorsitzender) | Dr. Walter Zöller (stellv. Vorsitzender) | ||
| Hans-Jakob Otterbein (Schriftführer) | Karl Keitzer (Kassierer) | ||
| Wilhelm Störmer (Hegeringleiter) | Dr. Walter Zöller (Hegeringleiter) | ||
| Julius Stähling (Hegeringleiter) | Heinrich Leipold 3. (Hegeringleiter) | ||
| Josef Ruhl (Hegeringleiter) | Dr. Otto Bruchhäuser (Hegeringleiter) | ||
| Heinrich Gothe (Jagdberater) |
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Vorstände der Jägervereinigung Lauterbach e.V
| Datum der Wahl | 1. Vorsitzender | 2. Vorsitzender | Schatzmeister | Geschäftsführer | Bemerkungen |
| 26.06.1948 | Wilhelm Störmer | Dr. Walter Zöller | Karl Keitzer | Hans-Jakob Otterbein | |
| 16.04.1955 | Johannes Schmidt | Dr. Walter Zöller | Karl Keitzer | Hans-Jakob Otterbein | |
| 13.03.1965 | Wulf Böhmcker | Dr. Walter Zöller | Karl Keitzer | Walter Heuser | |
| 15.04.1967 | Wulf Böhmcker | Dr. Walter Zöller | Karl Keitzer | Walter Heuser | |
| 07.11.1970 | Dr. Jürgen Jestaedt | Dr. Walter Zöller | Ludwig Ruppel | Joachim Müller | |
| 04.05.1974 | Dr. Jürgen Jestaedt | Dr. Walter Zöller | Ludwig Ruppel | Joachim Müller | |
| 06.05.1978 | Dr. Malte von Engelbrechten | Dr. Heinrich Gothe | Ludwig Ruppel | Joachim Müller | nur halbe Amtszeit Dr. v. Engelbrechten |
| 17.05.1980 | Herbert Haas | Dr. Heinrich Gothe | Ludwig Ruppel | Joachim Müller | |
| 15.05.1982 | Herbert Haas | Dr. Gerhard Emmel | Ludwig Ruppel | Joachim Müller | |
| 16.05.1986 | Herbert Haas | Dr. Gerhard Emmel | Ludwig Ruppel | Joachim Müller | |
| 12.05.1990 | Herbert Haas | Ulrike Emmel | Erich Bloch | Joachim Müller | |
| 07.05.1994 | Dr. Malte von Engelbrechten | Ulrike Emmel | Erich Bloch | Joachim Müller | |
| 18.04.1998 | Dr. Malte von Engelbrechten | Ulrike Emmel | Erich Bloch | Joachim Müller | |
| 06.04.2002 | Dr. Malte von Engelbrechten | Ulrike Emmel | Erich Bloch | Joachim Müller | 2003 Ulrike Emmel verstorben, Ersatzwahl |
| 03.04.2004 | Erich Bloch | Christoph Balke | Horst Ludwig | Joachim Müller | |
| 08.04.2006 | Erich Bloch | Christoph Balke | Horst Ludwig | Gerlinde Skrzypek | |
| 11.06.2010 | Erich Bloch | Jan Henning Schmitt | Horst Ludwig | Gerlinde Skrzypek | |
| 30.03.2012 | Hans-Ullrich Weidner | Jan Henning Schmitt | Horst Ludwig | Gerlinde Skrzypek | E.Bloch ausgeschieden |
09.05.2014 | Hans-Ullrich Weidner | Horst Ludwig | Iris Müller-Kopp | Christina Pilz |







