Zum neuen Jahr

Von Ulli Weidner

Liebe Jagdfreunde,

wenige Tage noch, dann wird das Jahr 2014 Geschichte sein. Anlass, einen kurzen Moment inne zu halten und ein kleines Fazit zu ziehen, aber auch einen Ausblick zu wagen.

Der Eine oder Andere von uns listet akribisch auf, wie viel Zeit er für unsere gemeinsame Passion, die Jagd, aufwendet. Diese Bilanzen sind beeindruckend. Dabei nimmt die Jagd per se, das Ansitzen oder die Pirsch, nach wie vor den geringsten Anteil auf unserer Aktivitätenliste ein.

Vielmehr sind es Tätigkeiten wie Wildäcker anlegen und pflegen, Biotope gestalten, instand halten und verbessern oder Revierstrukturen zu optimieren, die uns maßgeblich beschäftigen. Selbst das Zimmern von Nistkästen oder der Bau von „Insektenhotels“ gehören heute in vielen Revieren zu den Standards.

Wir als Jäger werden zunehmend mehr zum Gestalter und Bewahrer der Natur, zu ihrem Beschützer und – im absolut positiven Sinne – zu ihrem Regulator. Darauf können und darauf sollten wir alle stolz sein! Und für diese großartigen Leistungen danke ich Ihnen allen an dieser Stelle herzlich. Ohne das, was wie gemeinsam leisten, wäre unsere Natur ein deutliches Stück ärmer!

Dabei ist es die tiefe Verbundenheit zur Natur, zum Wild und zur Umwelt, die uns diese Mühen auf uns nehmen lässt, die uns immer wieder anspornt und die uns erfreut. Es ist Idealismus in reinster Form, der uns antreibt.

Das ist auch gut so, denn nur so halten wir die Widrigkeiten und Fährnisse aus, die unserem Engagement entgegenstehen.

Denken Sie an die vermeintlichen Tierschützer, die die Jagd am liebsten ganz abschaffen würden.

Denken Sie an die Naturschützer, deren Augenmerk oft genug auf der politischen Lobbyarbeit, aber nur im geringen Anteil auf dem aktiven, dem praktizierten Naturschutz liegt. Die beispielsweise den Bau von Windkraftanlagen an den unsinnigsten Stellen das Wort reden und dabei bewusst die Zerstörung von Teilen der Natur in Kauf nehmen.

Oder denken Sie an Teile der Politik, für die es selbstverständlich ist, dass wir Warnreflektoren an Straßenrändern anbringen und uns um verunfalltes Wild kümmern, die aber gleichzeitig auf der Jagdsteuer beharren.

All das nehmen wir hin, weil die Freude an dem, was wir tun, was wir bewegen, überwiegt.

Doch Vorsicht! Es muss uns in Zukunft mehr und stärker gelingen, unser positives Engagement öffentlich zu machen.

Wir müssen noch stärker in den Köpfen der Bevölkerung verankern, dass wir die eigentlichen Naturschützer sind und dass Flora und Fauna ohne uns oft genug darben müssten. Und wir müssen zeigen, dass Jagd nichts Verwerfliches ist, sondern eng zur Geschichte der Menschheit gehört.

Wenn uns das gelingt, dann wird uns unsere gemeinsame Passion auch in Zukunft Freude bereiten. Dann werden wir auch in Zukunft ehrfürchtig und gleichzeitig stolz vor der erlegten Kreatur stehen. Und wir werden uns auch in Zukunft froh an schöne Jagderlebnisse erinnern.

Vor allem aber werden wir auch in Zukunft wohlgemut  in unseren „grünen Rock“ schlüpfen, die Büchse schultern und uns auf den Ansitz freuen – wohl wissend, dass das, was wir tun, Naturschutz in seiner reinsten Form ist!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest, einen heiteren Jahreswechsel und für 2015 Gesundheit, Frieden und allzeit Waidmannsheil!

Ihr Ulli Weidner
Vorsitzender der Jägervereinigung Lauterbach e.V.