Zeitumstellung erhöht Risiko für Wildunfälle

Jägervereinigung Lauterbach ruft zur Vorsicht auf

Bild: DJV/Kapuhs

Lauterbach, 20. Oktober 2025 – Wenn am 26. Oktober die Uhren auf Winterzeit umgestellt werden, wird es morgens später hell und abends deutlich früher dunkel. Diese veränderten Lichtverhältnisse führen dazu, dass die Dämmerungszeit – also die aktive Phase vieler Wildtiere – mit dem Berufsverkehr zusammenfällt. Damit steigt das Risiko für Wildunfälle spürbar an.

 

Nach der Zeitumstellung überschneidet sich die Aktivitätszeit vieler Wildtiere mit dem Berufsverkehr – besonders in den Morgenstunden zwischen 6 und 9 Uhr und am späten Nachmittag“, erklärt Markus Stifter, Pressesprecher des Landesjagdverbandes Hessen (LJV Hessen).

Laut Statistik ereignet sich in Deutschland alle zweieinhalb Minuten ein Wildunfall, allein in Hessen waren es im vergangenen Jagdjahr über 5.500 Kollisionen mit Reh, Wildschwein oder Hirsch.

 

Mehr Aufmerksamkeit im Vogelsberg gefordert

 

Auch im Vogelsbergkreis kommt es Jahr für Jahr zu zahlreichen Wildunfällen – besonders auf Landstraßen entlang von Feldern und Wäldern.

Oftmals sind sich Autofahrer der Gefahr auf solchen Strecken nicht bewusst. Durch eine umsichtige und aufmerksame Fahrweise kann das persönliche Wildunfallrisiko stark reduziert werden“, betont Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen.

 

Der Pressesprecher der Jägervereinigung Lauterbach e.V., Gunther Sachs, unterstützt diesen Appell:

 

Unsere heimischen Jäger werden regelmäßig zu Wildunfällen gerufen. Viele dieser Kollisionen könnten vermieden werden, wenn Autofahrer in der Dämmerungszeit vorausschauender fahren würden. Besonders jetzt, wenn sich Wildtiere an die geänderten Lichtverhältnisse gewöhnen, gilt: Fuß vom Gas, Licht an und bremsbereit bleiben.

 

 

So verhalten Sie sich richtig bei Wild auf der Straße

 

Wer ein Tier am Straßenrand entdeckt, sollte kontrolliert abbremsen, das Fernlicht abblenden und hupen, rät der LJV Hessen.

Ein riskantes Ausweichmanöver kann gefährlicher sein als der Zusammenstoß selbst.

 

Nach einem Wildunfall gilt:

   •   Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage, Warnweste, Warndreieck.

   •   Polizei informieren: 110 wählen, bei Verletzten zusätzlich 112.

   •   Verletzte Tiere nicht anfassen oder mitnehmen.

   •   Wildunfallbescheinigung durch Polizei oder Jäger ausstellen lassen (wichtig für die Versicherung).

   •   Unfallstelle markieren, damit der zuständige Jäger das Tier leichter finden kann.

 

Ein Tier kommt selten allein“, erinnert Prof. Dr. Ellenberger. Autofahrer sollten daher nach einer Begegnung mit Wild immer mit Nachzüglern rechnen.

 

 

Für mehr Sicherheit auf unseren Straßen

 

Die Jägervereinigung Lauterbach bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, in den kommenden Wochen besonders aufmerksam zu fahren – zum Schutz von Mensch und Tier.