Holländischer Jagdgast erschießt harmlosen Labrador

Hans-Ullrich Weidner stocksauer: „Auf einen Hund zu schießen, kommt für mich einem Verbrechen gleich“.

Ebenso harmlos wie der abgebildete Hund war der Labrador unterwegs, den ein holländischer Jagdgast in der Nähe von Alsfeld erschossen hat. Foto: Pixelwookie/pixelio.de

Mit „absoluter Fassungslosigkeit“ hat der Vorsitzende der Jägervereinigung Lauterbach, Hans-Ullrich Weidner, den Abschuss eines Hundes in der Nähe von Alsfeld zur Kenntnis genommen. Wie in den Medien berichtet wurde, hatte im Waldstück Klingelkopf am Homberg bei Alsfeld ein holländischer Jagdgast eine Labradorhündin erschossen. Dabei stellte die Hündin, die nur drei Meter vor ihrem Herrchen auf einem Waldweg gelaufen war, weder Wildtieren nach, noch verhielt sie sich in anderer Art und Weise auffällig.

„Ich kann nicht verstehen, was in dem Kopf eines Menschen vorgeht, der offenbar ganz gezielt und wohl mit Absicht einen Hund erschießt. Ich persönlich kenne keinen Jagdfreund, der so etwas tun würde“, erzürnt sich Weidner.

Mit gutem Grund, wie aus seinen weiteren Ausführungen deutlich wird. Weidner: „Gerade wir Jäger haben in der Regel ein ganz besonders inniges Verhältnis zu unseren Hunden, die uns auf der Jagd treu zur Seite stehen und uns helfen. Und wir wissen auch, dass Hunde oft richtige Familienmitglieder sind. Auf einen Hund zu schießen heißt im übertragenen Sinne, ein Familienmitglied zu töten. Für mich kommt das einem Verbrechen gleich!“

Über Jäger, die auf Hunde schießen, hat der Vorsitzende der Jägervereinigung daher eine dezidierte Meinung. „Die gehören nicht nur nicht zu uns, sondern die sind im Gegenteil eine Schande für unsere ganze Zunft“. Dass es sich im konkreten Fall um einen Jagdgast aus Holland handelt, der den Hund erschoss, hat für Hans-Ullrich Weidner einen besonders schalen Beigeschmack. „Wenn die restriktiven Jagdgesetze in Holland dazu führen, dass holländische Jäger in Deutschland offenbar auf alles schießen, was sich bewegt, dann muss darauf reagiert werden. Solch schießwütigen Jagdgästen gehört in Deutschland ein lebenslängliches Jagdverbot erteilt. Wir brauchen hier keine Import-Rambos, für die Jagd offenbar ausschließlich aus dem Töten von Geschöpfen besteht“.

Der Familie des getöteten Hundes spricht der Vorsitzende der Jägervereinigung Lauterbach in Namen der organisierten Jägerschaft sein „tiefes Mitempfinden“ aus. „Wir können uns vorstellen, wie sehr Sie um ihren geliebten Hund trauern. Auch wenn es Ihren Hund nicht wieder lebendig macht hoffen wir doch, dass dieser vermeintliche Jäger mit voller Härte bestraft wird“.

An die Bevölkerung richtet Weidner den Appell, diesen Vorfall nicht als Anlass zu nehmen, um „alle Jäger über einen Kamm zu scheren“. Die meisten Bürger wüssten, wie sehr sich die Jägerschaft für Flora und Fauna einsetze und aktiv engagiere.Er hoffe sehr, so der Vorsitzender der Jägervereinigung Lauterbach, dass das positive Bild der Jäger „durch diesen offenbar schießwütigen Jagdgast keinen Schaden nimmt“.